Der Weihnachtsbaum auf der Funkantenne - eine ungewöhnliche Story

Im Jahr 1982 zur Weihnachtszeit hatte mein Bruder eine ungewöhnliche Idee. Wie es denn wäre, einen Weihnachtsbaum auf dem Tower meiner Funkantenne - einer Zwei-Element Boom-Quad - zu montieren. Zugegeben: Die Idee schien mehr als verrückt. Zwar war und ist es mir bis heute ja möglich, den aus zwei Schüssen bestehenden Teleskopmast einzufahren und mittels einer Seil-winde zu Boden zu kippen. Doch schließlich wurde der Entschluss gefasst: Warum eigentlich nicht. Das war doch mal ganz was anderes!
Zunächst einmal musste ein passender Fichtenbaum besorgt werden, der einerseits nicht schwer-gewichtig und zu groß, aber auch nicht zu klein sein sollte. Ein etwa 1,50 Meter hohes Exemplar fand ich dann in einem Waldgelände gegenüber dem Unternehmen in Siegen-Kaanmarienborn, wo ich bis 2002 beschäftigt war. Das war und ist zwar offiziell nicht erlaubt, doch ist dieses Gelände sehr abgelegen, verwahrlost und auch nur etwas mühsam zugänglich. So fiel es denn auch nicht auf, dass ich an einem Tag nach Feierabend den nicht gerade gut geformten (ein anderer war nicht zu finden) Fichtenbaum abschnitt und im Kofferraum meines in der Nähe geparkten Pkw 's verstaute.
Zunächst einmal musste ein passender Fichtenbaum besorgt werden, der einerseits nicht schwer-gewichtig und zu groß, aber auch nicht zu klein sein sollte. Ein etwa 1,50 Meter hohes Exemplar fand ich dann in einem Waldgelände gegenüber dem Unternehmen in Siegen-Kaanmarienborn, wo ich bis 2002 beschäftigt war. Das war und ist zwar offiziell nicht erlaubt, doch ist dieses Gelände sehr abgelegen, verwahrlost und auch nur etwas mühsam zugänglich. So fiel es denn auch nicht auf, dass ich an einem Tag nach Feierabend den nicht gerade gut geformten (ein anderer war nicht zu finden) Fichtenbaum abschnitt und im Kofferraum meines in der Nähe geparkten Pkw 's verstaute.
Wie ging es nun weiter? Zunächst wurde das Bäumchen mit einer für Outdoor-Betrieb geeigneten Lichterkette ausgestattet und dann in das auf dem Kreuzverbinder montierten Antennen-Standrohr eingeschoben. Dort saß es auch relativ fest. Die weitere Arbeit war, ein langes Stromkabel in den Tower einzuziehen bzw. zu verlegen, das dann in eine Außen-Steckdose unserer Autogaragen über eine Zeitschaltuhr eingesteckt wurde. Alles klappte, und nach dem Check wurde der Funkmast wieder hochgekurbelt und ausgefahren.
Und in der Tat: Das ganze sah sehr attraktiv aus, und zumindest in der Nachbarschaft war das Ding die absolute Sensation. Wenngleich der der Baum auch nur etwa in 14 Meter Höhe montiert war und die Kerzen nicht besonders hell leuchteten, war er dennoch auf einige Entfernung zu erkennen. Und dann geschah es: Eines Morgens sprach mich ein Büro-Angestellter an. „Ihr Baum ist heute Morgen in der Westfälischen Rundschau erschienen". Äh was. wie bitte? Ich mochte es kaum glauben und besorgte mir umgehend die entsprechende Lokalausgabe. Tatsächlich - ein Reporter des Blattes war an unserem Haus vorbeigefahren, hatte den Baum entdeckt, abgelichtet und einen etwas originellen Kurztext dazu geschrieben. Ich war einfach sprachlos! Die Siegener Zeitung hingegen war und ist in solchen Dingen nicht gerade sonderlich aktiv.
In meinem Kollegenkreis allerdings fand die Presse-Notiz nicht gerade positive Zustimmung. We-gen meiner „ungewöhnlichen Steckenpferde" (dazu zählte man übrigens auch das Bergsteigen) galt ich ein wenig als Sonderling. Es war eine Zeit, in der man nicht gerade tolerant gegenüber Andersdenkenden war. Das Bäumchen sehe doch verkorkst aus, der Kommentar sei spöttisch geschrieben. „Ihr seid doch bloß neidisch", konterte ich. „Sei ja ruhig, sonst holen wir den Baum von der Antenne runter", was mir allerdings nur ein müdes Lächeln entlockte. Ja, so war es, man wurde quasi in eine Schablone gedrückt, und wenn man in diese nicht reinpasste, war eben die Welt nicht in Ordnung. Ein trauriges Bild unserer Zeit!
Derweil jedoch begeisterten sich etliche Nachbarn an dem schönen Antennen-Weihnachtsbaum. Doch einige Probleme tauchten im Laufe der Weihnachtszeit auf. Hin und wieder brannte eine Kerze durch, womit auch die restlichen Kerzen ausfielen; LED'S gab es damals noch nicht. Dies bedeutete den Mast einzufahren, herunterzulassen, die defekte Kerze finden und auswechseln. Jedes Mail eine Heiden-Prozedur. Oft rief auch eine ältere Frau aus der Nachbarschaft an und meldete, „das wieder mal ein Lichtchen ausgegangen sei". Ein weiteres Vorkommnis gab es, als ein starker Sturm den Baum aus dem Standrohr drückte, so dass das Lichterbäumchen auf dem Vordach der nachbarlichen Scheune landete. Baum mit der Leiter vom Vordach holen, Antenne runter, Baum neu montieren, Antenne wieder hoch. Das waren schon einige Aktionen und auch jedes Mal viel Aufwand. Mit der Zeit musste ich mir etwas anderes einfallen lassen...Und in der Tat: Das ganze sah sehr attraktiv aus, und zumindest in der Nachbarschaft war das Ding die absolute Sensation. Wenngleich der der Baum auch nur etwa in 14 Meter Höhe montiert war und die Kerzen nicht besonders hell leuchteten, war er dennoch auf einige Entfernung zu erkennen. Und dann geschah es: Eines Morgens sprach mich ein Büro-Angestellter an. „Ihr Baum ist heute Morgen in der Westfälischen Rundschau erschienen". Äh was. wie bitte? Ich mochte es kaum glauben und besorgte mir umgehend die entsprechende Lokalausgabe. Tatsächlich - ein Reporter des Blattes war an unserem Haus vorbeigefahren, hatte den Baum entdeckt, abgelichtet und einen etwas originellen Kurztext dazu geschrieben. Ich war einfach sprachlos! Die Siegener Zeitung hingegen war und ist in solchen Dingen nicht gerade sonderlich aktiv.
In meinem Kollegenkreis allerdings fand die Presse-Notiz nicht gerade positive Zustimmung. We-gen meiner „ungewöhnlichen Steckenpferde" (dazu zählte man übrigens auch das Bergsteigen) galt ich ein wenig als Sonderling. Es war eine Zeit, in der man nicht gerade tolerant gegenüber Andersdenkenden war. Das Bäumchen sehe doch verkorkst aus, der Kommentar sei spöttisch geschrieben. „Ihr seid doch bloß neidisch", konterte ich. „Sei ja ruhig, sonst holen wir den Baum von der Antenne runter", was mir allerdings nur ein müdes Lächeln entlockte. Ja, so war es, man wurde quasi in eine Schablone gedrückt, und wenn man in diese nicht reinpasste, war eben die Welt nicht in Ordnung. Ein trauriges Bild unserer Zeit!